Dr. Dagmar Rabensteiner - Fachärztin für Innere Medizin und Sportärztin

Die sportärztliche Untersuchung

Sportärztlich auf dem Laufenden

Die sportärztliche Untersuchung verschafft Klarheit über die medizinische Belastbarkeit sowie die sportliche Leistungsfähigkeit. Vorrangig gilt es zu klären, ob und in welchem Maß der Körper ohne gesundheitliche Gefährdung belastbar ist. Viele Risikofaktoren und internistische Erkrankungen wie Bluthochdruck, manche Herz-Kreislauferkrankungen, Herzklappenfehler, Rhythmusstörungen, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen machen in frühen Krankheitsstadien und insbesondere in Ruhe nahezu keine Beschwerden und bleiben so lange Zeit unentdeckt. Bei Beginn oder Wiedereinstieg in ein regelmäßiges Bewegungsprogramm sollten die gesundheitlichen und sonstigen körperlichen Voraussetzungen überprüft und beurteilt werden.

Es kann sein, dass der Körper nach bewegungsarmen Jahren selbst einer leichten Anstrengung nicht mehr gewachsen ist. Dazu muss man sich nicht schwach und krank fühlen. Es genügen einige Risikofaktoren, die für sich gesehen wenig spektakulär klingen, ja beinahe schon zur internistischen "Standardausstattung" eines erwachsenen Österreichers gehören: Bluthochdruck, bauchbetontes Übergewicht, Zigarettenrauchen, erhöhte Cholesterinwerte, erbliche Belastung (Herzinfarkte oder Schlaganfälle in der Familie), Zuckerkrankheit.

Männer sind generell stärker gefährdet als Frauen, und auch mit dem Alter steigt das Risiko der Herz-Kreislauferkrankungen. Die Gründe für die Anhäufung von Risikofaktoren sind hinlänglich bekannt: Schlechte Lebensgewohnheiten, fettreiche Ernährung, mangelnde Bewegung, Stress, Alkohol. Sind erst einmal die Schäden vorhanden, kann eine intensive körperlicher Belastung gefährlich werden. Das Herz macht nicht alles mit.

Jeder Sportanfänger oder Wiedereinsteiger über 35 Jahren sollte grundsätzlich zu einer sportmedizinischen Untersuchung, unbedingt aber bei Vorliegen eines oder mehrerer Risikofaktoren.

Eine sportärztliche Untersuchung kann die Gefahren bei der Sportausübung minimieren und schafft Gewissheit, gesund und belastbar zu sein. Darüber hinaus gilt es die individuell richtigen Belastungsformen, Trainingsmethoden und Trainingsintensitäten herauszufinden, die nicht nur gesundheitlich unbedenklich sondern darüber hinaus effizient und zielführend sind. Die Wahl der Trainingsmethoden und Intensitäten sollen dem Alter, dem Gesundheitszustand und der individuellen Zielsetzung angemessen sein. Durch die richtige Sportart sowie die adäquaten Trainingsintensitäten und Umfänge steigern sie deutlich die Effizienz ihres Trainings und stellen sicher, dass sich die gewünschte Wirkung einstellt.

Ablauf der sportärztlichen Untersuchung:

Jede sportärztliche Untersuchung beginnt mit einem ausführlichen Arztgespräch. In diesem werden die Vorerkrankungen und die aktuellen Gesundheitsstörungen ebenso erfasst wie die sportlichen Betätigungen (internistische und sportmedizinische Anamnese). Im Anschluss daran wird der weitere Untersuchungsgang im Einklang mit den Anforderungen des Patienten oder Sportlers festgelegt. Eine Reihe von Untersuchungen schafft Klarheit: Körperliche Untersuchung (Status), insbesondere Abhören der Herzgeräusche als Hinweis auf Fehler der Klappen oder Herzscheidewände, Blutdruckkontrolle, Ruhe-EKG, Belastungs-EKG mit Blutdruckverhalten, ev. auch Laktatkontrolle zur Evaluierung der Leistungsfähigkeit und für spezielle Trainingsanweisungen, Analyse der Blutwerte (Labor), Herzultraschalluntersuchung, Lungenfunktion, etc. Eine orthopädische Untersuchung kann sich anschließen.

Besonders die Belastungsuntersuchung, die auf einem Fahrrad- oder auch Laufbandergometer durchgeführt wird, ist sehr aussagekräftig. Dabei werden u.a. Rhythmusstörungen oder die Durchblutungsreserven des Herzmuskels sichtbar. Sind die Herzkranzgefäße verengt, ist die Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff mangelhaft. In Ruhe mag das unbemerkt bleiben. Bei Belastung, wenn der Kreislauf angekurbelt wird, können jedoch Durchblutungsstörungen auftreten, die auf dem EKG deutlich zu sehen sind - und dem Herzen höchst gefährlich werden!

Was macht der Sportarzt mit den Ergebnissen aus den Untersuchungen? Im besten Fall, und der ist bei rechtzeitiger Untersuchung und Vorsorge ohnehin wahrscheinlich, gibt er die Sicherheit, gesund und belastbar zu sein. Die Untersuchung verschafft Klarheit über Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Sie werden mehr Vertrauen in Ihren Körper gewinnen und Empfindungen während der Belastung wie Krämpfe, Schmerzen, Schwindel, Lufthunger etc. mit mehr Gelassenheit hinnehmen und als Ausdruck der Anstrengung sehen können. Bei einem Sportmediziner, der eine leistungsdiagnostische Analyse mit Erhebung der Laktatwerte durchführt, bekommen Sie bei Bedarf passende Trainingsempfehlungen mitgeliefert. Bei von der Norm abweichenden Befunden werden gegebenenfalls Medikamente verordnet, bestehende Therapien optimiert oder weiterführende Untersuchungen veranlasst.

Schwerwiegende Zwischenfälle bei sportlicher Betätigung sind zwar selten, jedoch immer wieder kommt es zu Notwendigkeit einer ärztlichen Hilfeleistung bei Sportveranstaltungen. Weitaus am häufigsten sind zwar meist harmlose Kreislaufstörungen durch Flüssigkeits- und Elektrolytverluste, daneben gibt es aber auch ernsthafte Zwischenfälle. Dramen, die meistens hätten verhindert werden können. Sehr oft stecken Einengungen der Herzkranzgefäße dahinter, die dann bei Belastung zu einer Unterversorgung des Herzmuskels führen - der klassische Herzinfarkt. Jedoch auch in jungen Jahren können angeborene oder erworbene Herzfehler oder Veränderungen des Leitungssystems bei äußerlich fitten und scheinbar völlig gesunden Menschen zu Problemen führen.
  • Wann haben Sie das letzte Mal ihren Gesundheitszustand genau kontrollieren lassen?
  • Kennen Sie ihre Risikofaktoren?
  • Hatten Sie schon einmal einen Druck oder ein Stechen in der Brustgegend?
  • Atemnot unter Belastung?
  • Wie hoch ist ihr Cholesterin, ihr Blutdruck?
  • Eine sportärztliche Untersuchung schafft in jedem Fall Klarheit und gibt ihnen die Sicherheit.

Benötigen Sie einen Gesundheitscheck vor Trainingsbeginn?

Die folgende Tabelle dient als Entscheidungshilfe:

Notwendigkeit einer ärztlichen Untersuchung vor Sportausübung:
Herz- bzw. Brustbeschwerden
Herzrhythmusstörungen
Bekannte Erkrankungen des Herzens
Herzerkrankungen in der Familie
Hoher Blutdruck
Neigung zu Kollaps
Übergewicht (besonders bauchbetont)
Fettstoffwechselstörungen
Zuckerkrankheit
Zigarettenrauchen
Atemnot unter Belastung
Lungenerkrankungen
Blutarmut
Leistungsabfall oder unerklärbare plötzliche Leistungsschwäche
Schilddrüsenerkrankungen
Jeder Sportanfänger oder Wiedereinsteiger über 35 Jahren sollte grundsätzlich
zu einer sportmedizinischen Untersuchung, unbedingt aber bei Vorliegen eines oder mehrerer Risikofaktoren.
© Dr. Dagmar Rabensteiner | 1090 Wien | Liechtensteinstraße 11/19 | Tel: +43 - (0)1 - 47 88 488 | Mail: office [at] dagmarrabensteiner [dot] at
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