Das Metabolische Syndrom - der verhängnisvolle Überfluss
Das Metabolische Syndrom, unsere moderne Wohlstandserkrankung ist die weltweit am raschesten wachsende Bedrohung der Gesundheit. Unter dem Begriff Metabolisches Syndrom wird eine Verknüpfung eines Bündels von Stoffwechselveränderungen und Risikofaktoren zusammengefasst, bei denen das (bauchbetonte) Übergewicht eine zentrale pathogenetische Stellung einnimmt.

Die mit Übergewicht assoziierten Krankheitserscheinungen treten zunehmend bereits in der Kindheit auf und greifen auch auf Länder über, die noch vor kurzem von Unterernährung bedroht waren.
Mit dem Überfluss infolge des enormen Wirtschaftsaufschwungs nach 1950 entwickelte sich erstmalig für breite Bevölkerungsschichten ein "western life style", geprägt durch Überernährung und dramatischem Rückgang der körperlichen Aktivität in Beruf und Freizeit. Die Folge eines Lebensstils mit fettreicher, überkalorischer Ernährung und Bewegungsarmut in Kombination mit einer für diese Umweltfaktoren falschen genetischen Programmierung ist das Übergewicht. Das Übergewicht, und hier vorwiegend das bauchbetonte, steht gleichsam als Schrittmacher am Beginn einer Kaskade von Stoffwechselstörungen und hormonellen und Veränderungen sowie Folgeerkrankungen.
Definition des Metabolischen Syndroms:
Wir verstehen heute unter dem "Metabolischen Syndrom" das gemeinsame Vorkommen von Adipositas, Fettstoffwechselstörungen (wie Hyper- und Dyslipoproteinämien), Bluthochdruck, gestörtem Glukosestoffwechsel und Diabetes mellitus, erhöhte Harnsäurewerte verbunden mit einer höherern Inzidenz an Gefäßverkalkungen, das bei Überernährung und Bewegungsmangel auf dem Boden einer genetischen Disposition auftritt. Die beschriebenen Komponenten und Riskofaktoren treten überzufällig häufig in Kombination auf und bedingen sich gegenseitig, was in den heute gebräuchlichen Diagnoserichtlinien Berücksichtigung fand.So wird das Metabolische Syndrom nach der IDF (International Diabetes Foundation) Definition wie folgt angegeben:
- Abdominelle Adipositas
(Taillenumfang >94 cm bei Männern oder >80 cm bei Frauen)
UND mindestens 2 der folgenden: - Triglyzeride >150 mg/dl
- HDL Cholesterin <40 mg/dl (Männer) oder <50 mg/dl (Frauen)
- Hypertonie (Blutdruck >130/80 mmHg oder Medikation)
- Nüchtern-Blutzucker >110 mg/dl
Die meisten dieser Stoffwechselstörungen sind auch als kardiovaskuläre Risikofaktoren anerkannt. Modifizierbare Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Cholesterinwerte, Zuckerkrankheit, Rauchen und auch körperliche Inaktivität zählen zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung der koronaren Herzkrankheit. Und Bewegungsmangel stellt hier einen eigenen unabhängigen Risikofaktor dar.
Daher ist Ausdauertraining sowohl in der Prävention als auch in der Therapie unverzichtbar.
Ein regelmäßiges wohldosiertes Training, insbesondere in Form von Ausdauerbelastungen, gilt als fundamentale präventive Maßnahme aber auch als eigenständiger therapeutischer Ansatzpunkt. Tatsächlich ist im Zeitalter der technischen, chemischen und Evidenz-basierten Medizin körperliches Training als unverzichtbarer Bestandteil jeder konservativen Therapie anerkannt. Der Einsatz von Ausdauertraining einerseits zur Verbesserung des Risikofaktorprofils im Rahmen der Vorbeugung, andererseits in der Therapie macht oftmals eine Reduktion der Medikamenteneinnahme möglich. Und doch leisten wir es uns viel zu oft, auf dieses effektive, kostengünstige und nahezu nebenwirkungsfreie Therapeutikum zu verzichten. Darüber hinaus wird Training - wenn überhaupt eingesetzt - oftmals falsch dosiert und inkonsequent angewandt.
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Das metabolische Syndrom :
Ausdauertraining als therapeutische Option
Verordnung und Dosierung von Training 





